Sonntag, 29. Mai 2011

Argentinien – nach dem Spaß geht es mit dem Vergnügen weiter Teil 1

Argentinien - nach dem Spass geht es mit dem Vergnügen weiter!
Teil 1

Buenos Aires

Bevor es nach Tandil – unserem Zielort gehen sollte- stand erst noch Buenos Aires auf dem Programm. Dort haben wir unter anderem Jana getroffen, die auch an der Stenden in Holland studiert (allerdings Tourismus). Zusammen haben wir noch einige schöne Tage in Buenos Aires verbracht. Unsere Unterkunft war in dem schönen Viertel San Telmo, in dem sich viele Restaurants und Bars befinden und welches mittlerweile relativ touristisch geprägt ist.
Auch in Buenos Aires gibt es unglaublich viel zu sehen, aber da unsere Zeit in der Hauptstadt ziemlich begrenzt war, haben wir uns auf die Statteile San Telmo und Palermo konzentriert.
Unter anderem sind wir vom botanischen Garten Richtung Wasser (Rio de la Plata) gelaufen, was uns allen gerade wegen der schönen Grünflachen und Parks sehr gut gefallen hat. Der Fluss war im Gegensatz dazu eher unattraktiv; das Wasser war eher braun und keineswegs ansehnlich.
Des Weiteren waren wir beim dem Obelisk von Buenos Aires auf der Avenida 9 de Julio, welches die breiteste Straße der Welt ist. Das hat uns von der Struktur her, doch schon etwas an Paris erinnert. Außerdem konnten wir am Sonntag durch die malerischen Straßen von San Telmo laufen und über den Antiquitätsmarkt schlendern, welcher jeden Sonntag stattfindet. Auch wenn es dort teilweise viel Schrott gab, waren auch immer Stände dabei, die schöne Sachen zu bieten hatten! Eine typische Tango-Show konnten wir in diesen Tagen leider nicht besuchen, aber das heben wir uns für das Ende unserer Südamerika-Reise auf!
Am 7.03. war es dann soweit und wir saßen zu dritt im Bus Richtung Tandil; 5 Stunden Fahrt vor uns. Da wir mittlerweile ganz andere Fahrten gewöhnt sind, verging die Zeit wie im Flug und je näher wir ans Ziel kamen, desto aufgeregter wurden wir. Uns kam das ganze wie früher beim Schüleraustausch vor, da unsere Tutorinnen uns am Bahnhof erwarteten und jeder dann mit jeweils seiner Tutorin nach Hause gefahren ist. Für uns war das nach 4 Wochen Rundreise doch schon etwas komisch plötzlich so „gebunden“ zu sein; zumal das mit der Verständigung auch noch alles nicht so gut klappte.

Die ersten Tage in Tandil

Auch wenn wir uns von unseren Tutoren anfangs etwas „eingeengt“ gefühlt haben, waren wir froh, dass wir die ersten Tage bei ihnen unterkommen konnten. Wir wollten so schnell wie möglich unser eigenes Zimmer haben, so dass es gleich am nächsten Tag auf Wohnungssuche ging. Was wir allerdings nicht verstanden haben, dass wir erst um 19h losgegangen sind, um uns Zimmer anzugucken und vorher „tranquilo“ am Pool lagen. Die darauffolgenden Tage war es ähnlich; vor 17h haben wir uns keine Zimmer angeschaut, was uns teilweise etwas genervt hat. Mittlerweile haben wir aber auch das verstanden, denn vor 17h geht hier gar nichts, da von 13-17h Siesta ist. Da es in den ersten Tagen auch noch tierisch heiß war, war das vielleicht auch gar nicht so verkehrt. Aber wir wollten einfach so schnell wie möglich unser eigenes Reich haben...
Die Wohnungssuche stellte sich auch als nicht so einfach heraus. Die Zimmer, die uns gezeigt wurden waren katastrophal und echt unzumutbar. Teilweise sollte man sich ein Zimmer mit 2 anderen Personen teilen und das Bad mit etwa 10 Leuten... Wir haben dann selbst angefangen zu suchen (ohne unsere Tutoren) und sind auch schnell fündig geworden. Nun wohnen wir also super zentral in einem Hochhaus im 10. Stock. Die Wohnung ist zwar sehr altmodisch eingerichtet, aber wir haben alles was man braucht. Auch wenn wir Kompromisse eingehen mussten, wie zB. dass Jana und Mareike sich ein Zimmer teilen, fühlen wir uns pudelwohl! Und im Nachhinein haben wir auch verstanden, dass wir richtig Glück gehabt haben mit unserem Apartment!

Tandil – Unser Wohnort für 4 Monate

Tandil ist eine kleine Stadt ca. 400km südlich von Buenos Aires, aber immer noch in der Provinz Buenos Aires. Die Stadt hat ca. 110.000 Einwohner und irgendwie vergleichbar mit Leeuwarden. Klein und süß! Tandil ist umgeben von „Sierras – Gebirge“, somit sehr grün und außerhalb von jeglichen Großstadt Stress. Die Wochenenden bieten sich hervorragend um Ausflüge zum „Cristo – Kreuz“ zu machen, mit dem Pferd über „Stock und Stein“ zu reiten, mit Mate und ein paar Freunden am Deich zu sitzen und noch viele weitere Aktivitäten. Von unserem Apartment haben wir natürlich auch einen super Ausblick auf Tandil!
Jede Menge Cafés, Restaurants, Parks und Geschäfte/Boutiquen schmücken die Straßen von Tandil. Allerdings ist das mit dem Shoppen (Kleidung kaufen) leichter gesagt als getan. Dadurch, dass die Leute hier alle ein Stückchen kleiner und sehr schlank sind, haben wir ein paar Schwierigkeiten etwas für uns zu finden. Hinzu kommt, dass es oft die Kleidungsstücke nur in einer Größe gibt. Aber wir lassen natürlich nicht locker und irgendwie haben wir doch noch mit großer Mühe ein paar Sachen finden können.
Tandil ist auch sehr bekannt für den Sport Tennis. Hier wird professioneller Tennisunterricht angeboten und so manches Mal entpuppt sich daraus auch ein späterer Tennisstar, wie z.B. Guillermo Pérez-Roldán oder Diego Junqueira. Des Weiteren gibt es hier in Tandil die weltbesten Salamis!!
Die Leute hier in Tandil sind sehr offen, hilfsbereit und sympathisch (wie eigentlich allgemein in Lateinamerika). Auch nachts fühlen wir uns pudelwohl wenn wir durch die Straßen laufen.
Jedoch ändert sich das Bild ein wenig, wenn wir Abends Tanzen gehen, besonders das Bild der männlichen Personen. Da sich in Tandil nicht viele Leute aus anderen Ländern befinden, sind wir Deutsche schon so manches Mal eine „Attraktion“ und werden oft nur als „die Deutschen“ angesprochen. Eigentlich ist es ganz lustig, aber es kommt auch vor, dass wir uns zusammen reisen müssen, nicht auszurasten, besonders wenn die Männer kein „No-Nein“ verstehen. Aber im Allgemeinen amüsieren wir uns fast jedes Mal prächtig wenn wir abends auf die Piste gehen. Übrigens fangen die Parties hier erst gegen 03.00Uhr morgens an!!! Wir sagen da nur: alles Gewöhnungssache!

Die Universidad del Centro Nacional de la Provincia de Buenos Aires

Am 9.03. war unser erster „Einführungstag“ an der Uni und wir waren gespannt was uns alles erwarten würde. Schnell haben wir gemerkt: nicht viel! Wir waren ganze 5 Austauschstudenten (4 Deutsche, 1 Mexikanerin) und das Programm war ziemlich mager. Dennoch wurden uns die wichtigsten Sachen in der Stadt gezeigt, wie haben eine kleine Einführung in der Uni bekommen und letztendlich unsere Kurse gewählt.
Mittlerweile, nach ca. 3 Monaten Uni haben wir uns an den langweiligen Unterrichtstil der Professoren (kann man sowas Professor nennen?!) gewöhnt. Überwiegend wird mehr als eintönig von den Power Point Präsentationen abgelesen. Diese sind immer kaum zu lesen, da ein halber Roman drauf steht., da hilft selbst keine Brille! Ansonsten kann man unsere Uni-Zeit als Urlaubssemester beschreiben; wir gehen schön brav zu den Vorlesungen und ansonsten lassen wir es uns gut gehen. Was auch erwähnenswert ist, dass öfters einfach mal ein Hund in den Unterrichtsraum hinein spaziert kommt. Nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Campus wimmelt es an Hunden.
Der Campus liegt nicht direkt in der Innenstadt, sondern etwas außerhalb auf dem Land. Allerdings ist er schnell mit dem Bus innerhalb von 15 Min. erreicht. Ansonsten ist der Campus sehr schön und man hat einen wunderbaren Blick auf die umliegenden „Berge“.
Außderdem ist die Uni UNICEN sehr bekannt für den Studiengang “Veterinario – Tiermedizin” , anscheinend die beste in ganz Argentinien!

Die öffentlichen Verkehrsmittel

Wie gesagt kommen wir schnell mit dem Bus zur Uni, welcher gleich eine Straße weiter abfährt und uns direkt vor der Haustür auf dem Rückweg wieder herauslässt. Die Busse haben hier keine festen Zeiten, aber es kommt eigentlich alle 10 Minuten einer. Wenn man mitfahren will, muss man ihm ein Zeichen geben, denn ansonsten fährt er stracks an einem vorbei. So klapperig und alt die Busse auch mögen sein: jedes Mal an der Uni angekommen, holen die Busfahrer ihre Lappen und Besen heraus und fangen an, gründlich die Busse zu säubern (ja, es scheint auch Männer zu geben, die Spaß am Putzen haben!). Manchmal fragt man sich, ob es eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist oder ob es wirklich notwendig ist. Nach dem Putzen vereinen sich meist alle Busfahrer in einem Bus und trinken gemütlich Mate, während wir warten (mittlerweile in der Kälte) bis wir endlich einsteigen dürfen.
Wenn es abends zu ein bisschen weiter entfernten Plätzen gehen soll, nehmen wir oft ein Taxi. Viele Taxen sind Fiat Puntos (also extrem klein, wo Mareike dann Probleme mit ihren langen Beinen bekommt) und man bezahlt meist nur ca. 2 EUR pro Fahrt.

Samstag, 23. April 2011

Chile: zu Besuch bei Annika und Laura

An der Grenze in Chile angekommen, gab es ausser der Wueste wieder weit und breit nichts zu sehen. Da wir den Ausreisetempel schon in Uyuni bekommen hatten, gab es dieses Mal keine Formalitäten zu erledigen. In dem Bus Richtung San Pedro de Atacama haben wir sofort gemerkt, dass wir in Chile angekommen waren da es wieder geteerte Straßen gab. In San Pedro de Atacama gab es dann die bisher ausführlichste Gepäckkontrolle unserer ganzen Reise und da wir uns nun auch wieder näher am Meeresspiegel befanden, war das Wetter gleich um gut 10 Grad wärmer.

San Pedro de Atacama ist eine sehr kleine, aber niedliche Stadt mit vielen kleinen weissen Häusern und Gebäuden.  Dadurch, dass dort die trockenste Wüste der Welt liegt und viele Touristen einen Zwischenstop in dieser Grenzstadt machen, ist San Pedro de Atacama zu einem Touristenort geworden.  Leider hatten wir dort nicht so sehr viel Zeit, aber uns beiden hat die Stadt sehr gut gefallen. An die Preise (im Vergleich zu Bolivien) mussten wir uns allerdings erstmal wieder gewöhnen. Insgesamt ist es einfach unglaublich, wie sehr sich die Nachbarländer in Südamerika voneinander unterscheiden können! Nachmittags ging es dann mit dem Bus nach Calama, wo wir auch nochmal drei Stunden Aufenthalt hatten. Im Nachhinein wären wir lieber noch länger in San Pedro de Atacama geblieben, denn Calama hat uns überhaupt nicht gefallen. Eine rummelige Stadt ohne Charme. Zumindest konnten wir die Zeit nutzen, um ins Internet zu gehen und Mareike konnte endlich die ganzen Geburtstagsgrüße empfangen :) (an dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschoen von Mareike).

Abends ging es dann im Bus weiter nach Santiago de Chile; mehr als 1400km und 24 Stunden Fahrt lagen vor uns. Die Busfahrt war zwar anstrengend, aber wir konnten viel von der chilenischen Landschaft sehen. Wir sind überwiegend an der Küste entlang gefahren, umgeben von trockener Steppe und Wüste. Zum Frühstück gab es wieder den wohlbekannten Keks „a la Dulce de Leche“; sehr schmackhaft… Dulce de Leche kann man sich wie eine Karamell-Creme vorstellen, die extrem süß ist und mit fast allem zu bekommen ist: Eis, Gepäck, Getränke etc. Auf jeden Fall entspricht es nicht so unserem Geschmack!

Am nächsten Tag kamen wir dann pünktlich um 18.30h in Santiago an. Ich ( Merle) habe mich schon die ganze Fahrt auf meine Mitbewohnerin (Annika) aus Holland gefreut, die zur Zeit auch ein Auslandssemester macht. Da Santiago verkehrsmäßig sehr gut ausgebaut ist, saßen wir schon bald frisch geduscht auf dem Balkon einer unglaublichen tollen Wohnung  mit einem Gläschen Wein und ganz viel Gesprächsstoff. Nach der 3 Tages Tour von Uyuni bis San Pedro de Atacama und der Nachtfahrt im Bus, kam uns die Wohnung von Annika und Laura, in der wir uns pudelwohl fühlten, gerade recht!
Die Tage bei den Zweien waren einfach entspannend und richtig schön und wir waren letztendlich erstaunt, dass wir ganze 5 Tage in Santiago waren! Die Zeit ging um wie im Flug… Von Santiago waren wir total begeistert; eine sehr schöne und nahezu westliche Stadt, in der man sich richtig wohl fühlen kann. Zudem gibt es immer wieder Parks und Grünanlagen, so dass man gar nicht das Gefühl hat, in einer Großstadt zu sein. Hier hatten wir während unserer 5-wöchigen Reise auch zum ersten Mal die Kraft und Lust, um abends richtig rauszugehen. Definitiv ein sehr netter Abend! 

Um noch eine weitere Stadt in Chile zu sehen, haben Mareike und ich noch einen Tagesausflug nach Valparaíso. gemacht. Mit voller Erwartung und Bikini in der Tasche haben wir uns morgens in der Frühe mit dem Bus auf den Weg gemacht. Dass die Leute dort mit Pullover und Schal herumliefen, kam uns schon vom Bus aus etwas komisch vor. Als wir dann allerdings aus dem Bus ausgestiegen waren, wussten wir warum: es war arschkalt und wir waren weit und breit die Einzigen, die in Short und Top herumliefen. Zumindest wurde somit aus unserem geplanten Strandtag nichts und wir haben es wieder mal geschafft, die Attraktion zu sein ;)! Immerhin gab es einige Cafes wo wir uns erstmal aufwärmen konnten und nachmittags wurde es dann auch etwas wärmer. Die Stadt an sich hat uns von der Struktur her ziemlich an La Paz erinnert und somit gab es fuer uns nicht viel Neues zu sehen . Dennoch gab es schöne Ecken, wie zum Beispiel die bunten Häuser und die mit Graffiti bemalten Gegenden.

Am Mittwoch ging es dann auch schon wieder weiter Richtung  Argentinien; unser Zielland. Hier nochmal ein großes Danke an Annika und Laura, die uns so lange bei sich ertragen haben – es war toll bei euch :)

Da Chile ein sehr trockenes Land ist, ist auch leider der Humor bei diesem Bericht auf der Strecke geblieben ;) 

Bolivien Teil 2 - Titikaka See & Uyuni


Nachdem wir uns ein wenig in La Paz akklimatisiert hatten, ging es noch ein paar Meter weiter in die Höhe, nämlich zum Titicacasee! Vielen von euch wird das ein Begriff sein, denn dort hat Pipi Langstrumpf ihren Papa getroffen ;) Leider haben wir sie dort verpasst – dennoch war es ein sehr toller Aufenthalt. Danach ging es runter zu der Salzwüste Uyuni – bevor wir nach dem 3 – Tagestripp in San Pedro de Atacama (Chile) angekommen sind.

3. Stopp – Lago Titicacasee und Isla del Sol
Dadurch, dass wir in uns nicht so lange in Paraguay aufhielten, hatten wir doch noch die Zeit einen Abstecher zum Titicacasee zu machen. Der Titicacasee ist Südamerikas größter See und auch das größte höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde (wieder einer der Sätze „…. größte der Erde…“. Der See ist ca. 15x größer als der Bodensee und liegt auf einer Höhe von ca. 3.800m und 194km lang, wovon der westliche Teil des Sees Peru gehört. Wir hatten uns dazu entschlossen zu der Isla del Sol zu fahren. Das ist die sogenannte „Sonneninsel“. Also ging es nochmal ein wenig höher und zwar auf eine Höhe von 4.075.

Schon alleine die Bootsfahrt zu der Isla der Sol ist herrlich. 1.5h über den Titicacasee und dann sind wir auf der Isla del Sol angekommen. Nachdem wir uns dann eine einfache und schlichte Unterkunft ergattert hatten (1 Zimmer mit 2 Betten) ging es auch schon direkt los zu den Ruinen. Es wird erzählt, dass die Isla del Sol die Geburtsstätte der Inkas ist. Die ersten beiden Inka haben sich auf dem Weg nach Cuzco (Peru) gemacht, um dort ein komplettes Inkareich zu gründen. Aber Isla del Sol ist nicht nur die Geburtsstätte der Inkas, sondern anscheinend hat auch dort die Sonne das Licht der Welt erblickt. Dieses Denken kann man nur zu gut nachvollziehen, wenn man ganz oben auf dem Berg der Isla del Sol angekommen ist, wo auch einige Inkarituale ausgeführt worden sind. Man ist an einem Punkt angelangt, der über 4000m in die Höhe spriest, umgeben von dem tiefblauen Andenmeer und den Schneebergen „6 Tausender Königskordillere“, die Wolken scheinen zum Greifen nah zu sein und man hat das Gefühl, dass man der Sonne noch nie näher war. Unglaubliches Panorama!!

Am 2ten Tag wollten wir noch mehr von der Natur bereicherten Isla del Sol erkunden. Deswegen haben wir uns auf dem 8km langen Weg gemacht, vom Norden bis runter in den Süden. Die ganze Tour hat ca. 3 Stunden gedauert. Die Wanderung war ziemlich beeindruckend. Fast weit und breit keine Menschenseele. Ein paar Siedlungen haben wir durchquert und hin und wieder liefen uns ein paar Einheimische über den Weg, vor allem Kinder, die um Kekse gebettelt haben. Zwischendurch hatten wir immer wieder beeindruckende Aussichten auf dem Titicacasee. Selten haben wir so einen ruhigen und friedlichen Ort gesehen.

Mit dem Wetter hatten wir auch wieder viel Glück! Die 2 vollen Tage schien die Sonne und am Tag der Abfahrt fing es an zu regnen, was uns aber eigentlich egal war :)

4. Stopp - Salar de Uyuni
Das ist der Ort auf den wir uns schon die ganze Zeit gefreut hatten. Salar de Uyuni war der Ort, den wir unbedingt erreichen wollten und es glücklicherweise zeitlich auch geschafft haben. Schon einmal vorweg: diese 3 Tages Tour war einfach der Hammer. So viele verschiedene Naturkulissen innerhalb von 3 Tagen – einfach unglaublich!!

Von Isla del Sol sind wir zurück nach La Paz gefahren, um dann mit dem Bus über Nacht nach Uyuni zu fahren. Und auch diese Fahrt war voller Adrenalin. Jetzt wissen wir, warum viele Leute lieber mit dem Zug fahren. Die ständige Sorge, dass der Bus gleich umkippt oder stecken bleibt ist nicht gerade angenehm und musste oft mit einem Lachen überspielt werden. Der Knaller war, als wir dann mal wieder mitten in der Nacht aussteigen mussten, und ohne Taschenlampen einen „Fluss“ durchqueren sollten. Gott sei Dank war der nicht mit Wasser gefüllt, sondern „nur“ schlammig. Jedoch bestand die Gefahr, dass der Bus im Sand stecken blieb. Das ist auf jeden Fall anderen Bussen oder LKWs passiert; 2 steckten noch fest, fragt lieber nicht für wie lange schon!

In Uyuni angekommen, ging es nach einem Frühstück dann auch direkt weiter – die 3 Tagestour konnte starten! Um einen kleinen Überblick zu verschaffen: die 3 Tagestour beinhaltete:

1. Tag: Lokomotivenfriedhof & Salar de Uyuni (Salzwüste)
2. Tag: Besichtigung Vulkansteine, Lagunen inkl. Flamingos, Sandwüste & „Arbol de la Pierda
3. Tag: Sonnenaufgang am Vulkan, inkl. Schlammlöcher, heiße Quellen & Ankunft in San Pedro de Atacama (Chile)

Am liebsten würden wir jetzt alles ganz detailliert erklären, aber das wäre viel zu viel und wie sagt man so schön: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Deswegen nur die wichtigsten Infos.

1. Tag
Kleiner Abstecher bei dem Lokomotivenfriedhof, der sich im Nachhinein als eine super Fotoshooting Kulisse eignete!

Der Höhepunkt „Salar de Uyuni“. Das ist die größte Salzwüste der Erde (wieder einer der Sätze…). Die Größe ist einfach unvorstellbar, nämlich 10.000km²!!! Die Salzmenge wird auf ca. 10 MilliardenTonnen geschätzt. Jährlich werden 25.000t abgebaut und in die Städte transportiert. Tierleben gibt es kaum, nur Flamingos nutzen diesen Ort als Brutstätte, die jedoch aber außerhalb der Salzwüste liegen.

Da wir während der Regenzeit dort waren (aber trotzdem strahlender Sonnenschein war), war der Boden der Salzwüste mit ca. 10cm Wasser bedeckt, welches die komplette Wüste in einen riesigen Naturspiegel verwandelte. Mit dem Jeep sind wir dann bis in die Salzwüste hineingefahren. Wir beide saßen oben auf dem Dach und hatten einen unglaublichen tollen Panoramablick auf die Wüste. Einfach alles spiegelte sich! Es ist einfach unvorstellbar und deswegen empfehlen wir euch, die Fotos anzugucken. Wir waren einfach total begeistert und fanden es daher auch schade, dass wir nur ca. 1h Zeit hatten um Fotos zu machen! Ja, das ist wenig Zeit, man kann nämlich unheimlich lustige Fotos machen, wegen dem Spiegeleffekt und man kann das Auge, durch diese gleichbleibende flache Ebene sehr gut täuschen J

2. Tag
Nachdem Merle und ich in meinem Geburtstag herein gefeiert hatten, ging es morgens los zu den Vulkansteinen. Das ist eine kleine Steinlandschaft, welche sich auch gut als Shooting Kulisse eignete…
Danach ging es dann weiter zu zahlreichen Lagunen bei denen wir Flamingos beobachten konnten. Leider waren diese nicht so fotogen, wie erhofft.

Vorbei an schneebedeckten Bergen und Vulkanen, die nicht mehr aktiv sind ging es zu der Sandwüste! Weit und breit einfach NICHTS! Hin und wieder ein paar Steine, aber das wars! Mittagessen gab es dann auf einer „Steinkulisse“ mitten im Nirgendwo!! Unglaublich toll! Das Essen war auch super lecker!
Als wir dann an unserer Unterkunft angekommen sind, gab es noch einen Geburtstagskuchen mit Kaffee! Die Unterkunft war übrigens super, mal wieder mitten im Nirgendwo, jedoch umgeben von Bergen und Lamas. Nachts sind wir dann noch in klirrender Kälte nach draußen gegangen, um den Sternenhimmel zu bestaunen. Alleine schon das ist eine Attraktion! Überall wo wir hinguckten, einfach nur Sterne!!! So unglaublich viele Sterne auf einmal hatte keiner von uns bisher gesehen!

3. Tag
Am dritten Tag mussten wir dann in Herrgottsfrühe aufstehen damit wir pünktlich zum Sonnenaufgang am Vulkan sind. Wir hatten natürlich wieder nur an die spätere Hitze gedacht und uns deswegen mit leichter Kleidung (Leggins, langem Shirt und Flip Flops) um 05.00 Uhr morgens in den Jeep gesetzt und weiter ging es. Bevor die ersten Sonnenstrahlen den Vulkan erreichten, hatten wir noch genügend Zeit um die Fumarolen des Vulkans zu betrachten. An denen konnten wir auch Gott sei Dank unsere Füße ein wenig erwärmen, denn es war leider nicht die schlaueste Idee von uns Flip Flops anzuziehen (das haben wir auch an den Blicken der anderen Touristen gemerkt  ). Mit dem Sonnenaufgang wurde es dann langsam aber sicher auch ein bisschen wärmer.

Danach ging es dann weiter zu den „Heißen Quellen“. Eigentlich war es nur eine Quelle, quasi ein großes „Naturbecken“, welches sich mit Wasser füllt und durch den nahegelegenem Vulkan erhitzt wird (mind. 35 Grad). Nach 20 Minuten in den heißen Quellen und einem leckeren Frühstück ging es dann auch fix weiter Richtung Grenze zu Chile, da von dort aus unsere Reise weiter nach Santiago gehen sollte. Auf dem Weg dorthin machten wir noch eine letzte Pause bei der „Laguna Verde“. An dieser grünen Lagune und einem Vulkan im Hintergrund machten wir ein letztes Gruppenfoto und natürlich auch ein Foto mit unserem lieben Reiseführer. Chile war hier quasi schon zum Greifen nah; die Grenze lag genau hinter den Bergen (die sich wiederum neben dem Vulkan befanden). An der Grenze angekommen, mal wieder irgendwo im nirgendwo, verabschiedeten wir uns dann von unseren japanischen Mitreisenden und unserem Reiseführer und ab ging es mit dem Microbus nach San Pedro de Atacama, Chile.

Mit der Uyuni-Reise endete somit auch der Aufenthalt in Bolivien. Eine tolle und aufregende Zeit war es in Bolivien, aber wir freuten uns natürlich auch auf ein neues Land: Chile!


Liebe Grüße, besos
Merle y Mareike

Donnerstag, 24. März 2011

Bolivien Teil 1: Santa Cruz - La Paz

Bolivien – Teil 1

Bolivien – ein vielfältiges Land. Nicht nur wegen den Höhenunterschieden, sondern auch den unterschiedlichen Landschaften.

In Bolivien haben wir uns am längsten aufgehalten. Wir waren schon sehr gespannt auf Bolivien, besonders, weil wir es, kaum abwarten konnten, nach Salar de Uyuni  zu fahren (dazu später mehr, in Teil 2) Insgesamt waren wir ca. 10 Tage in Bolivien. Zuerst ging es nach Santa Cruz, dann hoch nach La Paz, weiter zum Titicacasee und dann runter zu der Salzwüste Salar de Uyuni, quasi einmal quer durch Bolivien – obwohl es natürlich noch viel mehr dort zu sehen gibt.

Was uns während unsere Reise aufgefallen ist: Bolivien ist das Land mit den meisten „…höchste/größte/gefährlichste…irgendetwas…der Welt“


1.       Stopp – Santa Cruz: 
     
     Die Fahrt nach Santa Cruz war schon ein Erlebnis an sich, wie ihr im letzten Bericht lesen konntet. Santa Cruz ist die größte Stadt des Landes. Den Eindruck hatten wir ganz und gar nicht. 3 Tage lang haben wir uns in der schönen Stadt aufgehalten. Diese 3 Tage haben wir genutzt um einfach ein bisschen zu entspannen. Somit waren unsere Hauptbeschäftigungen: Jugo Natural in einem Cafe trinken, durch die Geschäfte schlendern, über den Souvenirmarkt laufen, die Sonne im grünen Park genießen, Leute beobachten, die Kultur auf uns wirken lassen oder auch Fotoshootings mit dem Hostel-eigenen Tukan machen. Wie gesagt, Santa Cruz wirkt ganz und gar nicht wie die größte Stadt Boliviens. Dort ist alles sehr friedlich, ruhig, nette Leute … Was uns allerdings auch direkt aufgefallen ist, war das Wetter. Auch wenn es morgens stark regnet, sollte man sich nicht die Laune dadurch verderben lassen, denn schon ein paar Stunden später gibt es den schoenesten Sonnenschein!  So, das wars zu Santa Cruz!!


2.       Stopp: La Paz

Zunächst erst einmal etwas Lehrreiches. La Paz ist NICHT die Hauptstadt von Bolivien (was viele Leute denken, uns eingeschlossen). Sucre ist die Hauptstadt von Bolivien, La Paz „nur“ der Regierungssitz des Landes.  Und jetzt auch einer der  oben genannten Sätzen: Mit einer Höhe von bis zu 4100m ist La Paz der höchstgelegene Regierungssitz der Welt.  Und genau diese Höhe hat uns richtig zu schaffen gemacht. Ohne es zu wissen, dass es die Höhenkrankheit gibt, mussten wir doch feststellen, dass wir uns diese „eingefangen“ hatten.  Die anderen Backpacker in unserem Hostel waren total verwundert wie gut es uns denn gehen würde, da wir direkt von Santa Cruz nach La Paz gefahren sind, was ein Höhenunterscheid von ca. 3.600m Unterschied.  Kopfschmerzen und Erschöpfung sind dabei nicht wegzudenken. Schon alleine wenn man morgens nur ins Bad ging, war man schon völlig aus der Puste.
La Paz an sich ist eine interessante Stadt. Besonders die Kulisse ist sehenswert. La Paz gleicht einen „Trichter“. Das Zentrum ist quasi von Hängen aus Häusern umgeben, die sich von den Bergen bis ins Zentrum erstrecken, quasi Wasserfall mäßig. Demnach ist es auch nicht gerade körperlich einfach in La Paz rumzulaufen, da undendlich viele kleine Straßen auf und ab gehen. Hinzu kommt der enorme Gas-Ausstoß von den Autos, die mit aller Mühe versuchen die Straßen hochzufahren.

Attraktionen in La Paz sind z.B. die vielen verschiedene Märkte. Souvenirmärkte gibt es reichlich, dort reiht sich Geschäft an Geschäft und leuchten mit den kräftigen Farben der typischen bunten Stoffe. Dann gibt es auch noch den bekannten Hexenmarkt, wo man alles Mögliche an Kräutern und andere rituelle Waren kaufen kann, u.a. Lamaföten, nicht gerade ansehnlich. Coca-Blätter ist eines der beliebtesten Produkte, nicht nur bei Touristen, sondern vor allem auch bei den Einheimischen. Diese Blätter kaut man. Die Auswirkungen sind dann Sättigungsgefühl und soll auch gegen die Höhenkrankheit helfen.
Eine weitere Attraktion ist noch der Illimani, ein 6.400m hohe Berg, welcher als Wahrzeichen für Bolivien gilt.

Und zum guten Schluss über La Paz: die wohl bekannteste Attraktion in La Paz ist die „Death Road – Die gefährlichste Straße der Welt“.  Die Yunga Straße ist eine ca. 60km lange Straße, die von La Paz bis nach Coroci reicht.  Diese Straße wurde 1930 erbaut und war die einzige Verbindung zwischen den beiden Städten. Die einspurige Straße führt ohne Leitplanken an steile Abhänge entlang. Regen und Nebel erschweren die Fahrt auf dieser Straße. Im Jahr 1995 wurde diese Straße von der Interamerikanischen Entwicklungsbank zur „Gefährlichsten Straße der Welt“ ernannt. Komischerweise ist genau diese Straße seit den 1990er Jahren wegen der Gefährlichkeit ein beliebtes Reiseziel. Auch wir haben uns dem Trend angeschlossen und diese Tour auf uns genommen. 4h lang ging es Gott sei Dank nur bergab, vorbei an steilen Abhängen (siehe Fotos bei  Picasa). Man muss aber doch schon sagen, die Landschaft dort ist ein Traum!!!


So, das war der erste Teil von Bolivien. Der 2. Teil folgt in Kürze J

Ganz viele liebe Grüße aus Argentinien, Tandil!!

Freitag, 18. Februar 2011

Busfahrt Asuncion - Santa Cruz (Bolivien)

Bolivia - it starts with an adventure!


When we bought our bus ticket to get from Paraguay to Bolivia, we didn't expect that the bus ride would be soooo adventurous! For now, we were happy that we would travel in a luxury bus with hot meals, breakfast and coffee & tea. However, we quickly realized that in reality we would travel in a crab and more than unluxury bus. The bus drivers were really unfriendly and we were kind of ambarrassed from the whole situation.


Well... After a while we could already laugh about the whole situation, whereas we didn't expect that it would get worse. It started with the toilet...At the beginning we were quite happy that we had our seats at the very back of the bus, as in general you have more space (which is kind of important for Mareike ;)!). However, after a while the toilet really started to stink and we had to move some seats forward. We couldnt stand it anymore! Maybe we should define 'toilet' in order to give you a clear picture of what we had to tackle with. In some words, it was just a hole without anything else. No paper, no water and no light...which seems to be very clever when traveling over night!


The food we got was ok and eatable, even though not far as good as it was promised to us. The breakfast for example consisted out of 4 cookies and a chocolate drink. Somehow we fall asleep which however didn't last very long. At 4.30am the busdriver rudely awaked us while saying that we should hurry up to get our stamp for leaving Paraguay.
Therefore, still not being totally awake we went off the bus, without notifying that there were thousands of cockroaches scrambled on the ground! All the passengers (the bus wasnt fully booked; now we know why!) of the bus were now outside in the middle of nowhere, nobody knowing were to go and what to do. Finally, we saw a small hut where we got our stamp without any trouble. Luckily, they also had a toilet! As the toilet of our bus was unacceptable this one seemed to be our solution! Unfortunately, it wasn't! We have never seen such a toilet...! We will skip the description that time ;)!


Back on the bus, we thought that those adventures were enough for that bus ride! Buuut, it wasn't! Back on the 'road' it was like a horror trip! As there is no paved road connecting Paraguay with Bolivia, we had to take the unpaved road which was spread over with thousands of potholes. Additionally, the bus had difficulties to get along due to the huge amount of water that was on the road. Average km per hour: 20! Sometimes, we were really scared that the bus could tip over or get stuck. The reason of our worries: the road through the jungle only fit one car!


To sum up, it is really hard to put those experiences into words! We were just happy that we arrived safely in Santa Cruz (Bolivia), even though it took us 25 hours instead of 20.


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Bolivien - es beginnt sehr abenteuereich!


Wie schon in dem letzten Eintrag erwähnt, ging unsere Route von Asuncion (Paraguay) weiter nach Santa Cruz (Bolivien). Das diese Fahrt jedoch ein solch grosses Abenteuer werden wuerde, ahnten wir zum Zeitpunkt des Ticketkaufs fuer den Bus noch nicht! Zunaechst waren wir uebergluecklich, dass wir in einem luxuriösen Bus mit weit zurücklehnbahren Sitzen, Fussstützen, sowie Abendessen, Fruehstueck, Mittagessen und Tee und Kaffee die 20 Stunden über die Runden bringen würden. Und das ganze fuer nicht mal umgerechnet 20€!


Den ersten Schock erlebten wir schon vor der Abfahrt, denn der uns versprochene Bus entpuppte sich als Schrottkarre. Desweiteren wurde mit uns geredet, als wären wir beim Militär! Soweit so gut. Wir haben uns dann doch relativ schnell mit der Situation abgefunden und konnten auch schon schnell wieder darüber lachen. Das Abendessen wurde uns in einer Aluschale zusammen mit einer kleinen Flasche Ananas-Limonade (welche unglaublich schmackhaft war; sie ist waermstens nicht zu empfehlen!) und einem grimmigen Gesichtsausdruck in die Hand gedrückt. Auch wenn wir ein etwas besseres Essen erwartet hatten, war es ok.


Allerdings stieg mit dem Nahrungsmittelkonsum auch der Drang, die Toilette aufzusuchen, welche sich -zu diesem Zeitpunkt zumindest noch- glücklicherweise direkt hinter unseren Sitzen befand. Die Toilette kann man sich wie ein Plumsklo vorstellen; kein Wasser, kein Papier, kein... eigentlich gab es nichts ausser ein dunkles Loch! Selbst das Licht funktionierte nicht, was bei einer Nachtfahrt äusserst praktisch ist! Mit der Zeit entstand in dem Bus demnach ein etwas unangenehmer Geruch, der letztendlich kaum noch zu ertragen war. Und natürlich sassen wir Glückspilze direkt davor!


Irgendwann gelang es uns dann trotz Gestank und klapperndem Bus ein wenig die Augen zu schliessen und zu schlafen. Da der Bus so gut wie leer war (hinterher wussten wir auch warum!), hatten wir jeder 2 Sitze fuer uns, was das ganze schon wieder ertraeglicher machte. So gegen 5h wurden wir unsanft aus dem Schlaf gerüttelt mit den Worten: 'los beeilt euch, Passkontrolle!'. Demnach stolperten wir noch im Halbschlaf mit unseren 7 Sachen nach draussen, wo wir erneut mit einem freundlichen 'beeilt euch' ins Nichts geschickt wurden. Nun standen wir alle da wie bestellt und nicht abgeholt, weit und breit nichts zu sehen!
Langsam wurden auch wir wach und bemerkten erst dann, dass wir in einem reinsten Bad von Kakerlaken standen. Das Grenzhäuschen hatten wir dann zum Glück auch gefunden, wo wir alle relativ zügig unseren Ausreisestempel bekommen haben . Da die Toilette im Bus zu dieser bereits unzumutbar war, freuten wir uns ueber die Toilette vor Ort! Allerdings auch nur so lange, bis wir sie betraten. Der Boden war voll mit allem was krabbeln kann; wenigstens schienen sich die Tierchen in der rot-braunen Brühe auf dem Boden wohlzufuehlen! Hier wollen wir nicht weiter ins Detail gehen!


Wieder im Bus ging die Fahrt erst 'richtig' los! Durchschnittsgeschwindigkeit ca. 20km/h! Mittlerweile hatten wir den ungeteerten Teil der Strasse zwischen Paraguay und Bolivien erreicht. Man kann es sich folgendermassen vorstellen: ein unebener Schotterweg, teils komplett von Wasser überflutet (hier ist gerade Regenzeit, was die 'Strassen'bedingungen nicht gerade verbessert!) von einer Breite, dass genau EIN Bus hereinpasst. Und das ganze mitten im Dschungel! Ausser den freilaufenden Schweinen, Ziegen, Eseln, Kuehen, Pferden und Hühnern war weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Die Angst, dass wir möglicherweise stecken bleiben, der Bus umkippt oder Gegenverkehr kommt, blieb über die ganze Strecke!


Zumindest hat uns diese Strecke gezeigt, wie schlecht die Infrastruktur in Paraguay und Bolivien ist und was fuer einen Luxus wir doch in Deutschland haben! Mit 120km/h über die Strasse zu 'brettern' ist hier unvorstellbar! Kurz um waren nicht nur wir äusserst froh nach ca. 10 Stunden wieder geteerten Boden unter den Füssen zu haben, sondern auch die Laune der Busfahrer wendete sich zu diesem Zeitpunkt um 180 Grad! Wir wurden sogar gefragt, ob wir alles hätten und dass wir uns ruhig melden sollten, wenn wir was bräuchten. Zu Beginn der Fahrt war ein solcher Spruch aus dem Munde des Busfahrers unvorstellbar!


Anstatt der gedachten 20 Stunden, erreichten wir dann nach ca. 25 Stunden die Stadt Asuncion. Da es mittlerweile auch schon wieder Abend war, gab die Stadt einen eher düsteren und heruntergekommenen Eindruck von sich. Das lag unter anderem an dem Fakt, dass der Busbahnhof nicht in der feinsten Gegend lag. Am nächsten Tag sah die Welt - ähnlich wie in Paraguay - schon wieder ganz anders aus! Dazu aber mehr im nächsten Eintrag.

Achjaaa... Es wird erzählt, dass die Strecke Asuncion - Santa Cruz anscheinend die grösste Drogenschmuggelverbindung in Suedamerika ist. Daher auch die etwa 6 Kontrollen und das Aussteigeverbot.


Gruesse aus Bolivien,
Mareike & Merle

Paraguay - Asuncion

Paraguay - neues Land, neue Erfahrungen!
 
Und genauso war es! Die erste Frage war: wie überqueren wir am einfachsten die Grenze. Man sollte dazu wissen, dass man die Stadt Ciudad del Este (Grenzstadt in Paraguay) nicht meiden kann. Backpackers meiden dieses Land wegen den chaotischen Verhältnisse in der Stadt! Diese Stadt ist auch als ein großer Schwarzmarkt bekannt und deswegen überfüllt von Menschen. Dennoch liessen wir uns nicht von der Idee abbringen Paraguay, das 2. aermste Land in Suedamerika, zu entdecken. Die gesamte "Grenzprozedur" haben wir dann nach ca. 2.5h und 4x Bus wechseln gut ueberstanden. Falls ihr einmal überlegt diese Grenze zu ueberqueren, bringt viel Geduld mit, ueberquert die Grenze mit dem bus und mit Wertsachen ueber den "Schwarzmarkt" zu laufen wäre nicht so eine gute Idee! Nach dem Grenzuebergang sind wir noch ca .5 Stunden gefahren bis wir endlich in der Hauptstadt (Asuncion) angekommen sind! Leider war es dann schon abend und die Stadt sah sehr düster und irgendwie nicht einladend aus!
 
Doch schon am nächsten Morgen war das vergessen! Im klaren Sonnenschein wirkte die Stadt freundlich, ruhig und schien der perfekte Ort zu sein um einfach nur durch die Stadt zu laufen, Gebäude im Kolonialstil zu bewundern und einen leckeren Frappuccino zu trinken. Genau das haben wir gemacht. Den Abend haben wir mit ein paar anderen Reisenden aus unserem Hostel, in einer Aussenbar im 2. Stock gegenueber eines weissen beleuchtetem Regierungsgebaeude und erfrischenden Caipirinhas ausklingen lassen. Insgesamt sind wir leider nur 3 Tage in Paraguay gewesen.
 
Wir wären super gerne länger dort geblieben, aber die leider schlechte Infrastruktur zu anderen schoenen Orten hätte zu viel Zeit in Anspruch genommen. Es gibt naemlich quasi nur eine gut geteerte Strasse, der Rest besteht eher aus Sandwegen. Paraguay hat uns positiv ueberrascht. Dadurch, dass sich nicht so viele Touristen in diesem Land aufhalten (bis auf viele Deutsche, die vor dem Zweitem Weltkrieg in dem Norden von Paraguay ausgewandert sind ) zeigt sich das Land von seiner traditionellen Seite. Das Klima war uebrigens bis jetzt immer super! Viel Sonne, im Schnitt ca. 35 Grad und nur manchmal kleine Schauer, die schnell vergehen!
 
Paraguay ist auf jeden Fall empfehlenswert, die Busfahrt aber von Asuncion nach Bolivien Santa Cruz , eher weniger!! Infos gibts beim naechsten Eintrag! :D Das erste brauchbare Souvenir wurde auch gekauft: wir haben uns beide jeweils ein Paar echte Havaiana Flip Flops gekauft!!!
Und noch eine weitere Informationen: in Paraguay wird auch Plattdeutsch gesprochen (natuerlich wegen den deutschen Auswanderer) aber da mussten wir doch noch ein wenig schmunzeln. An dieser Stelle einen Gruß an unsere Eltern :D
 
Liebe Gruesse aus Bolivien, Merle y Mareike!
 
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Paraguay - another country & new experiences!
 
The first question we had to tackle was "what is the best way to cross the border and how to avoid the city Ciudad del Este? You should know that Ciudad del Este, which is the city on the border in Paraguay, is known as a huge black market with chaotic verhaeltnissen. We have heard some stories about that city and the border crossing, especially about the bridge between the two borders, which you should not cross by walking. Some travelers just don't visit Paraguy because of the Ciudad del Este. But we didn't want to be put off by those stories and still wanted to go! We arrived safely in the capital of Paraguay. It took us more or less 2.5 hours to cross the borders and we had to change the bus 4 times, but everything went well. So we got our own impressions about Ciudad del Este and yes it is definatelly a huge black market and very chaotic, crowded with people who want you to buy something. We had to continue for further 5 hours by bus to get to Asuncion, the capital of Paraguay.
 
Paraguay is the second poorest country of South America and when we arrived at night it looked a little bit like that. It was of course dark and people did camping in the park because unfortunately they can't afford it to live in a house. But on the next morning it looked very different. The sun was shining, the parks were green surrounded by nice buildings, some of them still in colonial style. We just walked around, had a nice frappuccino, enjoyed the sun and bought the first souvenir for ourselves: Havaiana Flip Flops :D. At night we went out with some other backpackers from South America and had some refreshing caipirinhas on a 2. floor terrace in front of a white shining building of the government.
 
Unfortunately we stayed only 3 days in Paraguay. We would have loved to stay longer and we had already plans to visit some other nice places in Paraguay. The problem is that the infrastructure is very bad and even if you have your own car it takes a lot of time to go to other places as there is basically only one paved street, which makes it difficult to travel around, especially if you do not have lot of time. So we decided to go straight to Santa Cruz in Bolivia. I guess we will never forget this adventures 26 hours bus ride, but more on that in the next post!
 
Even though we spent only 3 days in Paraguay we were positive surprised about this country. Not a lot of tourists going there (except from German emigrants in the north of Paraguay who came there before the second world war) which is actually nice as you see the city in its traditional beauty. We would definitely recommend to visit Paraguay if you are near by!
 
That's it for now, abrazos desde Bolivia Merle y Mareike

Montag, 7. Februar 2011

Foz de Igazu: Brazil, Argentina, Paraguay

Nun gibt es nochmal ein kleines update auf Deutsch.

 Nach unserem erfolgreichen Start in Rio ging es am Dienstag zuerst mit dem Bus 6 Stunden nach Sao Paulo zu dem größten Busbahnhof Südamerikas. Dort angekommen waren wir doch etwas enttäuscht, denn sooo riesig war der Bahnhof dann doch nicht, was wohl aber auch zu unserem Vorteil war. Im Anschluss ging es gleich 11 Stunden weiter nach florianopolis, auf die Insel Santa Catarina. Dort wollten wir vor allem unberuehrte straende erkunden und die Seele baumeln lassen. Leider war das Wetter nicht ganz so gut, so dass wir unsere Pläne etwas geändert haben. So haben wir am Donnerstag die Regenpause genutzt und sind zur nahegelegenen Sanddüne beim Strand von Joaquina gegangen. Es war ein unglaubliches gefuehl ganz alleine auf dieser riesen Düne zu laufen; weit und breit nur Sand, zwei Maedels und unsere Kameras :)!
Am naechsten Tag sollte es dann auch schon wieder Richtung Foz de Iguazu gehen, zu den Iguazu Wasserfaellen. Glücklicherweise hat sich das Wetter am Freitag wieder von seiner besten Seite gezeigt, so dass wir vor unserer Abfahrt noch 3 stunden am Strand liegen konnten.

Abends ging es dann wie gesagt landeinwaerts. Urspruenglich sollte die Fahrt 'nur' 14 stunden dauern, da wir aber nachts 2 mal den Bus wegen einer Panne wechseln mussten, wurden es dann doch 15 1/2 Stunden. Das einzige was gut funktionierte war die Klimaanlage; wir haben uns teilweise wie in der Gefriertruhe gefühlt ;)!
Nachdem wir Samstag morgen in Foz de Iguazu im Hostel eingecheckt hatten, sind wir direkt zu den Iguazu Wasserfaellen gefahren. Diese grenzen an Brasilien, Argentinien und Paraguay, bestehen aus mehr als 200 einzelnen Wasserfaellen und sind groesser als die Niagara Wasserfaelle!. Wir haben sie uns zunaechst von der brasilianischen Seite angeguckt, was schon wirklich beeindruckend war. Man konnte sich einen guten Überblick verschaffen und auch ganz nah an einen Wasserfall herangehen, was dazu fuehrte, dass wir letztendlich klatschnass waren. Man hatte das Gefuehl, dass man das Wasser fast beruehren kann.

Am naechsten Tag wollten wir uns das Naturwunder noch von der argentinischen Seite angucken. Den Eingang zu erreichen erforderte allerdings das Fahren mit 4 verschiedenen Bussen, die Ausreise aus Brasilien, sowie die Einreise nach Argentinien. Diese ganze Prozedur hat ca. 1 1/2 Stunden gedauert; wir hätten auch eine komplette tour zu den Wasserfaellen auf der argentinischen Seite buchen koennen, so dass alles etwas schneller gegangen wäre, allerdings wollten wir das lieber auf eigene Faust machen! Die Entscheidung, die Wasserfälle auch noch von der anderen Seite zu besichtigen, war auf jeden Fall die Richtige! Teilweise hatte man das Gefühl durch einen Dschungel zu laufen. Ebenso beeindruckend waren die Massen an Wasser, die Lautstärke der Wasserfälle und vor allem die Regenbögen!!! Wir haben uns wie im 'Land der Regenbögen' gefühlt, einfach gigantisch! Da es schwer in Worte zu fassen ist, solltet ihr einen Blick auf unsere Fotos werfen; die sagen definitiv mehr aus als lange Erzählungen!

Soo... Nun sind wir auch schon in Asuncion in Paraguay und werden euch bald auch von diesen Eindruecken berichten können!

Bis dahin, ganz liebe sonnige Grüße aus Südamerika!
Mareike y Merle

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Hi everybody!!

Since we have left Rio de Janeiro we have been to Santa Catarina and Foz de Igazu. In the previous post, we already gave you some information about Santa Catarina. Fortunately, the last day was sunny, so we could enjoy the weather and getting tainted a little bit :) We relaxed at the Praia Mole (Mole Beach).

In the afternoon we took the 14h bus ride to the place called Foz de Igazu. Due to some problems we had to change the bus twice, so it took in total 15.5 hours, fortunately the bus was very comfortable (except from the air conditioner, felt like sitting in a freezer).

We arrived at ca. 10am at the Hostel Bambu. The plan for the day was to visit the Brasilian side of the Igazu Waterfalls. For those who dont know the falls: they are bigger than the Niagara Falls, consisting of ca. 200 Waterfalls and connects Brazil, Paraguay and Argentina. Although it was a little bit cloudy and drizzly we were pretty impressed of the natural beauty! We spend there 2 hours and after seeing the Brazilian side we were really excited to see the Argetinean side! That was the plan for the following day (Sunday, 06.02.2011).

On Sunday, we decided to do the tour on our own, instead of going with a tour guide! Well it took a little bit more time, in total we had to change the bus 4 times (1way) and of course we had to cross the border, but that was done in few minutes, we just had to wait a lot to get the next bus to go to Igazu.

But the long trip was totally worth it! It is hard to explain the beauteousness of the Igazu Falls, the best way is to have a look at the pictures! It is just amazing, standing in front of the huge waterfalls, seeing only water falling down, the noise was immense, blue sky, white clouds, green nature, white water AND rainbows over the Igazu Falls, that was the highlight of the whole trip! It felt like being in the "country of rainbows"!

Conclusion: it is worth it to see both sides (Brazil & Argentina).

On the Brazilian side you get small overview of the waterfalls, but you cant see everything! You get very close to a huge waterfall, so that you can almost touch the water!

On the Argentinean side you discover that the Igazu Falls are bigger than you expect, if you have seen first the Brazilian side. In Argentina there are many trails to get to some waterfalls, wonderful view points, walking over a long bridge to the "Devil Throat" and seeing rainbows over the natural wonder "Igazu Falls"

Ah, and you get totally wet on the Brazilian side ;)

So, thats it for now! Next stop is Asuncion, Paraguay!! We will leave tomorrow morning!

Enjoy our pics, link is posted under the blog title!!

Regards from Brazil
Merle y Mareike